Planung meines neuen Meerwasser-Traumes

Rückblick auf mein altes Aquarium

Vor einiger Zeit musste ich aus verschiedenen Gründen und schweren Herzens mein großes Meerwasser-Aquarium aufgeben, das sich nach etwas über 5 Jahren Standzeit so toll entwickelt hatte. Hier ein kleines Video, wie das ganze früher aussah:

 

Überlegungen zum neuen Traum-Aquarium

Das Aquarium im Wohnzimmer

Nachdem sich zum Glück einige der Gründe für den Abbau des bisherigen Aquariums erledigt haben und das neue Zuhause auf der Schwäbischen Alb Gestalt annimmt, ist es an der Zeit wieder etwas in Plänen zu schwelgen, wie das neue Aquarium aussehen und wie man das Projekt technisch umsetzen könnte.

Diesmal soll es ein noch größeres Aquarium mit etwa 3000 Litern werden. Das ganze ist als Raumteiler und mit einem extra Technikraum im Keller geplant, wo es nochmal etwa 2000 Liter Meerwasser geben soll.

Diese Animation zeigt, wie mein neues Traum-Aquarium zwischen Wohn- und Esszimmer aussehen könnte:

Hier noch ein paar Standbilder aus der Animation:

Das Aquarium selbst soll also ein Raumteiler und 300x150x70cm groß werden. Geplant ist bisher kein klassischer Ablaufschacht, da ich damit im alten Becken nicht so gute Erfahrungen gemacht habe. Zur einfacheren Pflege soll es ein angesetzter Abaufkasten werden über die volle Beckenbreite mit 2 x 40mm Zulauf und 3 x 50mm oder 3 x 63mm Ablauf.

Die Lampen sollen in einem mit weißem Kunststoff verkleideten Alu-Gestell  gefestigt werden, genau wie die zugehörigen Netzteile.

In der engeren Wahl für die Beleuchtung sind dabei im Moment die Philips CoralCare, die EcoTech Marine Radion G3 oder die Orphek Atlantik V4. Dabei sollen es erstmal nur wenige Lampen für 2 Riff-Inseln werden, so dass sehr viel Schwimmraum bleibt. Später sollen bei Bedarf weitere Lampen in den Rahmen gehängt werden können.

Als Strömungspumpen sind bisher zwei  Panta Rhei Hydro Wizard ECM 42 und eine Tunze Turbelle Stream 3 eingeplant. Gegen ein zuerst favorisiertes closed loop-System habe ich mich wegen der Bohrungen in der Bodenscheibe und Verrohrung, Stromverbrauch und schwierigeren Wartung entschieden. Außerdem können die internen Strömungspumpen später flexibel platziert werden, was auch ein weiterer Grund gegen den klassischen Ablaufschacht und ein Argument für den „Rucksack“ ist:

Beim Unterbau schwanke ich immer noch zwischen Holz (Siebdruckplatten oben und unten mit Vierkant-Konstruktionsvollholz), gemauertem Gasbeton, pulverbeschichtetem Edelstahl oder Alu-Systemen. Auch bei der Höhe bin ich mir noch unschlüssig, wahrscheinlich soll der Unterbau etwa 65cm hoch werden um auf eine Gesamthöhe von 130-140cm zu kommen. So sollte das Aquarium gut von einem Sessel und dem Esstisch einzusehen aber auch noch gut zu pflegen sein.

Verkleidet werden soll der Unterbau mit magnetisch befestigten weißen Kunststoffplatten.

Unter dem Aquarium soll es wahrscheinlich nur Stauraum für Zubehör und ein kleines Becken mit Ablauf in den Keller geben. Damit könnte ich zur Reinigung Wasser mit einem Schlauch absaugen, das über eine Filtersocke  vorgereinigt in das Technikbecken fließt und wieder über die Förderpumpe ins Becken gepumpt wird.

Aktueller Stand auf der Baustelle

Und so sieht der Traum bis jetzt aus. Demnächst wird das Fundament für das Aquarium aus Beton gegossen, direkt auf der Rohdecke. Bei der statischen Planung des Hauses wurden die etwas über 4 Tonnen Gewicht natürlich berücksichtigt und extrem viel Stahl in der Decke verbaut, da das Aquarium mitten im Raum stehen soll:

Neben der Berücksichtigung des Gewichtes des Aquariums in der Statik des Hauses war mir vor allem das Thema Luftfeuchtigkeit wichtig. Dazu soll es an den beiden Stirnseiten des Raumes zwei sehr starke dezentrale Lüfter mit Wärmetauscher geben, die das verdunstete Wasser durch automatische Querlüftung nach außen abgeführen sollen. Die Planung der Lüfterfirma ist abgeschlossen und die Aussparungen und Strom-Anschlüsse für die beiden starken Lüfter sind schon in den Stirnwänden vorhanden.

Auch im Technikraum soll es eine extra Lüftung geben, die frische Luft über dem Waschbecken in den Raum pumpt und die feuchte Luft auf der anderen Seite absaugt, natürlich auch mit Wärmetauscher.

Ein extra Technikraum zum Aquarium

Nach vielen Ärgernissen, Problemen und sogar Verletzungen bei der Pflege des alten Aquariums soll es diesmal einen eigenen Raum für die Technik zum Meerwasser-Aquarium geben. Dann wäre Schluss mit dem kriechen auf Knien durch den Unterschrank und mit dem Schleppen von Eimern für das Abwasser und 25l Kanistern mit frischem Meerwasser.

Als günstige Technikbecken sollen Bigboxes aus der Industrie dienen, die aus lebensmittelechtem und sehr wiederstandsfähigen Kunststoff gefertigt sind.

Um den Wasserwechsel besonders einfach zu machen, soll eine Bigbox mit etwa 600l zum Einsatz kommen, die vom Wasserkreislauf abgekoppelt, das Wasser abgelassen und mit Osmosewasser gefüllt werden kann, um frisches Meerwasser zu anzumischen. So kann einiges automatisiert werden und die das frische Wasser gelangt nicht auf einen Schlag in den Wasserkreislauf, zudem wird das Gesamtwasservolumen erhöht.

Um auch beim Ausfall einer Förderpumpe noch Wasser filtern und aufbereiten zu können, soll es zwei Förderpumpen geben. Im Moment wären zwei Abyss A200 meine Favoriten unter den Pumpen. Die Pumpen und auch die andere Technik soll über zwei extra abgesicherte Stromkreise betrieben werden, die auch mit dem Speicher einer geplanten Photovoltaikanlage verbunden sein sollen, um sie auch bei einem Stromausfall betreiben zu können. Die Beleuchtung soll hingegen an einen anderen Stromkreis im Wohnzimmer angeschlossen und bei einem Stromausfall ausgeschaltet werden.

Das Osmosewasser zum Nachfüllen des verdunsteten Wasser soll von der Umkehrosmoseanlage in einem Reservoir über den Becken gesammelt werden und über ein elektrisch betriebenes Ventil durch die Schwerkraft in den Kreislauf fließen. Die Umkehrosmoseanlage wird absichtlich nicht direkt mit dem Wasserkreislauf verbunden.

Der Technikraum soll über die zentrale Heizung mit Wärmepumpe extra geheizt und im Sommer auch gekühlt werden können falls nötig, außerdem sollen selbstgebaute Lüfter als Kühler dienen.

Die Steuerung der ganzen Meerwasser-Anlage soll über eine selbst entwickelte Web-Oberfläche erfolgen. Dahinter steht ein Raspberry Pi 3 mit Linux (Ubuntu) an den redundante Temperatur- und Wasserstandssensoren (Ultraschall und Schwimmer-Schalter) sowie gesteuerte Steckdosen angeschlossen werden sollen.
Erste Tests mit einem Raspberry Pi 3, einfachen Schalt-Steckdosen, Ultraschall-Sensoren sowie Temperatur-Fühlern, Python-Programmierung und einfacher Web-Oberfläche habe ich schon erfolgreich an einem 120l-Aquarium in meinem Büro abgeschlossen.

Zum Thema mechanische und biologische Filterung, Algenrefugium usw. mache ich mir im nächsten Schritt Gedanken. Einen Vliesfilter hatte ich schon erwogen, nach aktuellem Stand aber wieder verworfen. Auch zur Anordnung der Technikbecken mache ich mir aktuell noch Gedanken. Alle oft zu reinigenden Teile sollen einfach erreichbar und nahe am Waschbecken sein und es sollen möglichst wenige Pumpen oder andere Geräte nötig sein. Leider kann das Beton-Fundament im Technikkeller nicht wie ursprünglich geplant über die ganze Länge des Raumes eingebracht werden sondern nur bis zum Abfluss im Boden, im Rest des Bodens liegen bereits die Heiz- und Kühlrohre der Zentralheizung, die nicht mit zu viel Gewicht belastet werden dürfen.

Draufsicht auf den geplanten Technikraum:


Seitenansicht zum geplanten Technikraum:
3D-Modell zum geplanten Technikraum:

 

Und so sieht es im künftigen Technikraum aktuell aus. Auch hier wird demnächst das Beton-Fundament gegossen. Der Abfluss und die Anschlüsse für das Waschbecken sind schon vorhanden, wie auch die Bohrungen für die Lüftungsanlage.

Schön zu sehen ist auch der Durchbruch in der Decke zum Aquarium im Wohnzimmer und der Abfluss im Boden:

 

Für Anregungen oder Kritik, Erfahrungen oder sonstigen Kommentaren und Nachrichten zu meinem Traum-Aquarium-Projekt wäre ich Dir natürlich dankbar!

 

 

 

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